06.06.2019 | Dresden | Ausbildung | Wirtschaft
Lehrpersonal der AFBB in London.

Vom 29. April bis 04. Mai 2019 reisten acht Lehrer*innen der Berufsschule Dresden und zwei Ausbilder*innen im Rahmen des Erasmus+ Mobilitätsprojektes nach London, um sich vor Ort mit einigen Praktikumsbetrieben und dem Bildungssystem in Großbritannien vertraut zu machen. Während des Aufenthalts starteten die Immobilienkaufleute des 2. Lehrjahres (IMK17) in die erste Woche ihres vierwöchigen Praktikums. Der praktische Einsatz erfolgt in den unterschiedlichsten Immobilienunternehmen, um einen Einblick in den sehr differenzierten Londoner Immobilienmarkt zu gewinnen.

Das einwöchige Programm war geprägt von Besuchen in Immobilienunternehmen und einem englischen College, einem Vortrag von Vertretern des britischen Bildungsministeriums und Sightseeing in London. Die Einführung war mit interessanten Informationen über den Immobilienmarkt Londons, dem aktuellen Ausbildungsprogramm Großbritanniens, den möglichen Auswirkungen des Brexits auf den Immobilienmarkt, sowie gesellschaftliche und politische Besonderheiten in England gestaltet.

Der Besuch eines Vertreters des „National Apprenticeship Service“, dem sogenannten Bildungsministerium Großbritanniens, war sehr lehrreich. Die Informationen reichten über das aktuelle Bildungssystems Großbritanniens und dessen künftige Ablauf- und Strukturänderungen. Besonders gefreut hat uns, dass wir an einer Führung bei dem Informationsdienstleistungs-, Nachrichten- und Medienunternehmen Bloomberg teilnehmen durften.

In der Mitte des Aufenthalts empfing uns das Immobilienunternehmen „Champions Estate Agents“ sehr freundlich. „Champions Estate Agents“ steht für den Verkauf und die Vermietung von luxuriösen Appartements. Später führte uns das Programm noch zum Community College „West London Construction Academy“ in Southall. Das College bildet in der Fachrichtung Konstruktion aus. Matt, der Leiter des Colleges, führte uns durch eine riesige Baustelle. Dort soll innerhalb der nächsten 20 Jahre ein komplett neu errichtetes Village entstehen, wobei die Auszubildenden des Community College tatkräftig und direkt vor Ort mitwirken.

Der nächste Tag war geprägt von Gegensätzen. Zunächst besuchten wir das Immobilienunternehmen „Martin & Co.“, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Das Büro liegt in einem vornehmen Wohngebiet direkt an der Themse, welches „Martin & Co.“ selbst verwaltet. Unter 2 Millionen Britische Pfund kann man hier keine Immobilien erwerben.

Am Nachmittag folgte das Kontrastprogramm. Wir kehrten in dem Unternehmen „Gateway Housing Association“ ein. Mo, Sha und Keith empfinden uns äußerst gastfreundlich mit ein paar Snacks und stellten ihre Organisation vor. Gateway engagiert sich für den sozialen Wohnungsbau, welcher in London viel zu kurz kommt. Erschreckend war für uns die Warteliste von 10.000 Menschen. Das bedeutet, dass man mindestens sechs Jahre auf eine Sozialwohnung warten muss. Zum Ende der Woche werteten wir unsere Eindrücke und Erlebnisse mit Duncan, dem Organisator des Auslandspraktikums, aus. Natürlich gehört zu einem umfassenden Bildungsprogramm auch das Sightseeing der Stadt. So besuchten wir unter anderem das London Eye, das bekannte Museum „Modern Tate“ und den im 35. Stock eines Wolkenkratzers liegenden Skygarden mit einem spektakulären Blick über London. Außerdem führten uns zahlreiche Erkundungstouren zu Fuß am Buckingham Palace, Big Ben, Westminster Abbey, Canary Wharf, China Town, Hyde Park und der Downing Street vorbei.

 

Nachfolgend haben drei Teilnehmer eine kurze Zusammenfassung der Bildungsreise für sie formuliert:

Carina Büchner (Ausbilderin Sächsische Wohnungsbaugenossenschaft Dresden eG)
Der Londoner Immobilienmarkt ist noch vielfältiger als ich dachte und nicht mit Dresden vergleichbar. Trotz außergewöhnlich hoher Preise ist die Nachfrage nach Mietwohnungen und Kaufobjekten ungebremst. Unsere Auszubildende, die vier Wochen in London arbeitet, habe ich im Immobilienbüro in London besucht und bin begeistert, wie schnell sie sich in London eingelebt hat und dort allein zurechtfindet. Das Gelernte nicht in der Muttersprache, sondern in Englisch, anzuwenden, ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Durch die AFBB wurde sie aber bestens darauf vorbereitet. Diese interkulturelle Erfahrung prägt unsere Auszubildende, da bin ich mir ganz sicher.

Daniel Schadewitz (Ausbilder bei dem Immobilienunternehmen Grand City Property)
Das Erasmusprojekt hat mir gezeigt, dass wir in Deutschland trotz steigender Mietpreise in den Städten, im Gegensatz zu London, doch einen recht konstanten Wohnungsmarkt besitzen. Fasziniert hat mich die Londoner Entwicklung der letzten sechs Jahre, da ich selbst als ehemaliger Schüler der AFBB mein Auslandspraktikum in London absolvierte. Nun wurde mir als Ausbilder die Berufsausbildung und der Arbeitsalltag in unterschiedlichen Immobiliensegmenten in London genauer erklärt. Ich freue mich sehr, dass den Schülern der AFBB die Chance geboten wird, einen Bildungsaustausch über Ländergrenzen hinweg absolvieren zu können. Es ist eine großartige Erfahrung für jeden Teilnehmer, die man nicht so schnell vergisst. Als Schüler der AFBB sollte man diese einzigartige Erfahrung schätzen und mit anderen angehenden Auszubildenden teilen

Paul Zeibig (Fachlehrer an der AFBB Dresden)
London. Kollegen und Ausbilder. Eine Reise, die den Blick geöffnet auf das Zusammenwirken gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Entwicklungen auf dem Londoner Immobilienmarkt und allgemein in London und Europa hat. Eine Woche, die auch eine neue Perspektive auf Entwicklungen in unserer Heimat ermöglicht. Auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern. Auf unterschiedliche Gesellschaftsschichten. Auf die Fragen unserer Zeit und Sehenswürdigkeiten einer tollen Stadt.

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