12.09.2018 | Dresden
Seminarfahrt nach Kreisau

Eine unserer diesjährigen Seminarfahrten führte uns im Oktober 2017 in das 200-Seelen-Dorf Krzyzowa (Kreisau), rund 60 Kilometer südwestlich von Breslau.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war dieser Ort der Sitz der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis gegen das Hitler-Regime. Heute besteht Kreisau neben einer Dorfstraße aus einer Begegnungsstätte, in der viele Jugendprojekte stattfinden. Die Internationale Jugendbegegnungsstätte „Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung“ (IJBS Kreisau) verfügt sowohl über Unterkünfte für Jugendgruppen, als auch ein Restaurant, eine Sporthalle, Konferenzräume und einen Partykeller. Dieser befindet sich unter dem Schloss Kreisau, in dem eine Ausstellung zur Geschichte des Widerstandes im 20. Jahrhundert zu finden ist. Unsere Unterkunft war also sehr gemütlich und großräumig eingerichtet und auch das Essen ließ wenig zu wünschen übrig.


Wir starteten somit am Samstag, den 28. Oktober um 8:30 Uhr vom Bahnhof Dresden-Neustadt unsere gemeinsame Fahrt. Während eines Zwischenstopp besichtigten wir zunächst in Swidnica (Schweidnitz) die Friedenskirche, welche sich dadurch auszeichnet, dass sie komplett aus Holz erbaut ist, was europaweit nur zweimal vorkommt. Wenig später in Kreisau angekommen, konnten alle sofort ihre Zimmer beziehen und sich anschließend zum Mittagessen begeben. Im Anschluss wurden wir auf dem Gelände herumgeführt und haben mehr über die Geschichte Kreisaus erfahren.
Der nächste Tag führte uns nun nach Breslau. Breslau ist mit 630.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Polens und kurz vor unserer Fahrt zur Kulturhauptstadt Europas 2016 gewählt worden. In Breslau angekommen besuchten wir u.a. den „Breslauer Ring“, einen mittelalterlichen Marktplatz, der heutzutage den Kern der Fußgängerzone bildet. Die Bebauung rund um den Ring erfolgte in verschiedenen Stilepochen, im Zentrum stehen das alte und das neue Rathaus sowie einige Bürgerhäuser ringsherum. Wir begutachteten die einzelnen Seiten des Ringes von der „Sieben-Kurfürsten-Seite“ bis zur „Goldenen-Becher-Seite“ und waren von den prunkvollen Bauten beeindruckt. Das alte Rathaus, welches als Wahrzeichen Breslaus gilt, überzeugte uns im Anschluss durch seinen wundervollen spätgotischen Bau. Ebenfalls in Breslau ansässig und von historischem Wert ist die Universität aus dem Jahre 1505. Wir besichtigten den schönsten und berühmtesten Teil der Universität, die Aula Leopoldina, einen barocken Empfangssaal, welcher für Immatrikulationen und Konzerte genutzt wird. Während der Stadtführung besichtigten wir auch das 1710 m² große Panorama-Bild besichtigten, das die Schlacht von Raclawice darstellt.

Am Montag stand ein geschichtlich-kulturelles Programm an. Nach einer kurzen Busfahrt sind wir am Schloss Fürstenstein angekommen. Dort wurden uns in einer Führung das Schloss, seine Geschichte und die damaligen Bewohner nähergebracht.

Zurück in der internationalen Jugendbildungsstätte Kreisau beschäftigten sich die Schüler in Workshops zum „Kreisauer Kreis“ in Niederschlesien und zur Solidarnosc in Polen mit deren Widerstand gegen totalitäre Systeme in Europa. Besonders beeindruckend war die  Briefen von Freya von Moltke und Helmut James von Moltke, der aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Widerstand 1944 gegenüber dem Nationalsozialismus zum Tode verurteilt worden war. Am Nachmittag gingen wir auch auf den Kapellenberg, zunächst auf den ehemaligen Gemeindefriedhof, dann zur Begräbnisstätte der Familie Moltke und zum Schluss zur Kapelle auf dem Berg, die der Generalfeldmarschall erbauen ließ.

Auf diesem Weg möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Stefan Zinnow für die großartige Unterstützung seitens der Landeszentrale für politische Bildung bedanken und freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte. 

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