18.11.2018 | Dresden | Ausbildung | Handel
Expertengespräche zum Thema Marktforschung.

Das Thema Marktforschung steht im Lernfeld 9 „Marketing planen, durchführen und steuern“ auf dem Programm der Kaufleute im Groß- und Außenhandel im 3. Ausbildungsjahr.

Und wieder einmal wird der Unterrichtsstoff durch eine Exkursion zu einem Marktforschungsinstitut ergänzt, organisiert und begleitet durch Frau Göhler, Fachlehrerin der AFBB. Die Außenstelle Dresden des Rostocker Unternehmens „Marktforschungsservice Dukath“ hat ihre Räumlichkeiten direkt am Platz der Frauenkirche, also nur ein paar Laufminuten von der Berufsschule am Campus Straßburger Platz entfernt.

Hier der Bericht von Victor, einem Auszubildenden:

Unsere Klasse GAK16 wird begrüßt von zwei der Marktforscher. Die beiden zeigen uns die Räumlichkeiten und erklären ausgiebig, welchen Sinn und Zweck die Aufteilung hat. Wir sehen kleinere Räume, die für einzelne Testpersonen gedacht sind. In Ruhe und angenehmer Atmosphäre können sich die potentiellen Kunden mit einem neuen Produkt auseinandersetzen. In zwei größeren Räumen stehen lange Tische für Gruppengespräche. Alle Räume sind zusätzlich so ausgestattet, dass man die Gespräche und Tests von einem anderen Raum aus mitverfolgen kann. Der Grund dahinter? Von außen betrachtet ist es einfacher zu beobachten, wie die Zielgruppen auf die vorgesetzten Produkte reagieren.

Nach diesem kurzen Rundgang, bei dem wir das ein oder andere Produkt erkannt haben, finden wir uns in einem der Gruppenräume zusammen. Einer unserer Gastgeber stellt sich offen unseren Fragen, während der Zweite bereits ein Tablett mit Schokolade hereinträgt. Natürlich in Probiergröße.

Wir sprechen über die verschiedenen Wege, auf denen die Marktforscher zu ihren Ergebnissen kommen. Im Unterricht haben wir bereits über die primäre Marktforschung gesprochen und jetzt bietet sich die Gelegenheit, tiefer ins Detail zu gehen. Uns wird erklärt, dass erstaunlich viel Arbeit in die Vorbereitung von Umfragen und Fragebögen gesteckt werden muss. Denn selbst wenn der Fragenkatalog bereits vorbereitet ist, müssen die so ins System eingepflegt werden, dass man diese präzise und zielführend auswerten kann. Was wäre der Wert einer Umfrage, wenn man keine Schlüsse aus den Antworten ziehen kann?

Während wir mal mehr oder weniger schweigend unsere Schokolade kosten, bekommen wir ein paar Fragebögen, die man auch den eigentlichen Testern vorgelegt hat. Wir sehen viele Fragen, die vergleichend oder umschreibend sind und uns wird erklärt, dass nicht nur bei neuen Produkten der Markt erforscht wird, sondern auch für bestehende Produkte Kunden befragt werden.

Wir kommen zu anderen Themen und unsere Klasse beginnt sich für den beruflichen Alltag von Marktforschern zu interessieren. Uns wird schnell klar, dass der Arbeitsalltag sehr viel mit der Vorbereitung und der Auswertung und Aufbereitung von Daten zu tun hat, welche man aus den verschiedenen Quellen bekommt. Da wird es kaum eine Überraschung sein, dass die EDV hier eines der wichtigsten Werkzeuge ist.

Während wir verschiedene Eiskaffees trinken, nutzen wir die Gelegenheit und fragen, was momentan die beliebteste Methode in der Marktforschung ist. Eine kurze Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Denn je nach Fragestellung muss eine andere Methode gewählt werden. Um allgemeine Tendenzen von Kunden zu erfassen, nutzt man bevorzugt Befragungen auf der Straße mit kleinen Pröbchen um ein quantitatives Ergebnis zu erhalten.

Doch wenn es um qualitative Ergebnisse geht, bei denen Produkte im Vergleich zu anderen getestet werden, laden die Marktforscher Teilnehmer in das Institut. Hier führen sie dann ausgiebige Befragungen mit Verkostung durch. Eine weitere Form für die qualitative Marktforschung ist das Expertengespräch. Während die vorherigen Methoden Reaktionen vom „Markt“ aufnehmen und auswerten, erhalten die Marktforscher mit Expertengesprächen eine Analyse des Produktes. Anstatt einer repräsentativen Umfrage, können auch weitere Ideen für die Produktentwicklung von Fachleuten gewonnen werden.

Am Ende unseres Besuches beim Marktforschungsservice Dukath sind wir um eine praktische Erfahrung reicher, die man so nicht im Klassenraum oder im Betrieb gewonnen hätte.

Die AFBB ist Partner bzw. wird gefördert von:

ESF Erasmus LCCI imove

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.